Es gibt wohl kaum ein Genre in der Musik, bei dem sich die Musiker von Trio Laccasax nicht zu Hause fühlen. Denn das Trio startete mit der Klassik und der Zeitgenössischen Musik, entgleiste dann über Tango Nuevo von Astor Piazolla in die Weltmusik. Es begann damit eine musikalische Weltreise, bei der es darum ging, alles, was man auf dem Weg trifft, mitzunehmen. Klezmer, Weltmusik aus dem Balkan, Lateinamerika, Frankreich, Russland, Deutschland, Griechenland, China, Ägypten u.a. traf dann auf Klassik, Jazz und Filmmusik. Die Musiker geben ihrem Stil den treffenden Begriff "Kammerweltmusik". Weltmusik mit kammermusikalischem Anspruch. Weltmusik auf der Spitze der Professionalität, die es schafft, die regionalen Grenzen zu überspringen und sich in der der klassischen Musik zugetanen Gesellschaft beweist. Das Ensemble verbindet atemberaubende Virtuosität mit intensivem Ausdruck über eine große Spannweite von fetzig-frech über lyrisch-träumerisch bis zu tiefer Melancholie.

 

Im Jahr 2015 wurde ein Kompositionspreis an allen deutschen Musikhochschulen speziell für das Trio Laccasax ausgeschrieben. Das Trio interpretierte die Kompositionen der 3 Preisträger zum Anlass der Vareler Kammermusiktage und verband damit die Zeitgenössische Klassik mit der Weltmusik, dem Jazz und der freien Improvisation. Das Publikum jubelte. Denn spätestens damit ist es bewiesen, dass es keine Grenzen in der Musik gibt. Statt Grenzen gibt es Kontraste, mit denen man arbeiten kann, oder, besser gesagt, mit denen man arbeiten muss, wenn es darum geht, die Musik dem Herz und dem Ohr zu verschreiben.

 

Timofey Sattarov, der Komponist und Akkordeonist des Trios sagt, dass Jazz und Weltmusik nicht weniger Klassik sind als Zeitgenössische Musik, wenn man diese genau so tiefsinnig und aufmerksam zuhören kann. Das Gleiche ist aber auch umgekehrt. Klassik jazzt, wenn man dabei den Herzschlag und die Spannung zwischen den Intervallen erlebbar macht. „Musik fährt ihre Wege mit den Menschen, die Sie tragen. Man muss einfach mitkommen“ - sagt der Saxophonist Andrey Lakisov hinzu. Die beiden russischsprachigen Musiker verbindet die Leidenschaft, die sie aus ihrer Heimat nach Deutschland mitgebracht haben. Sie haben sich in Deutschland während des Studiums an der Hanns Eisler kennengelernt. „Wenn man uns Beide als Kopf und Herz der Band sehen mag, so ist der Berliner Kontrabassspieler Bernd Gesell unser Boden unter den Füßen“- sagen die beiden Musiker.

 

Die Debüt-CD von Trio Laccasax, die im April 2017 bei GLM Music erscheinen soll, stellt eine ausgewogene Mischung aus Arrangements, eigenen Kompositionen und Improvisationen dar. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Kompositionen von Timofey Sattarov. Jedes Stück hat seine kleine Biographie. So ist z.B Brennero im Rahmen eines Theaterprojektes mit der italienischen Truppe Balletto Civile entstanden. Seine Rhythmen nehmen den Hörer auf die Reise über den Brenner Pass mit. Das Stück Für Rapunzel widmet der Komponist seiner Tochter. Es ist eine Anspielung auf Für Elise von L.v. Beethoven. Das Trio bleibt aber auch seinen Highlights treu. Dazu gehören Piazzollas Nightclub 1960, Le Grandes Lignes von André Astjer und L`Chaim von Giora Feidman.

Trio Laccasax

Das Ensemble